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So fing alles an

2007 befiel uns das „Ziegenvirus“. Nach dem wir den elterlichen Bergbauernhof mit Milchwirtschaft frisch übernommen hatten, wurde bald klar: „Ein Bauernhof nur mit Rindern ist fad. Wir wollen einen bunt gemischten Bauernhof.“ Nach langem Schmökern nach der richtigen Ziegenrasse blieben wir bei den Thüringer Wald Ziegen hängen. Der wunderschöne elegante Anblick der noch dazu wirtschaftlich interessanten, widerstandsfähigen und anspruchslosen Zweinutzungsrasse hatte es uns angetan.

Leider gehören die TWZ zu den bedrohten Tierrassen, und es gab zu dem Zeitpunkt in ganz Österreich keine Züchter. Also blieb nur der Import aus Deutschland. Kitze sind rar und man muss schon im Vorhinein Interesse bekunden – also am besten bevor sie geboren sind. Züchter waren bald gefunden und Kontakte zum deutschlandweiten Projekt „Förderung und nachhaltige Nutzung der Thüringer Wald Ziege“ hergestellt.

Nun begann das wahre Abenteuer zumal es damals wegen der Blauzungenseuche enorme veterinärrechtliche Bestimmungen zu erfüllen galt. Doch „langer Atem führt ans Ziel“ und so gelang es uns im Sommer 2008 in zwei Deutschlandreisen insgesamt 7 weibliche und 2 männliche Herdbuchzuchttiere nach Österreich zu bringen.



Die Qualitäten der
Thüringer Waldziegen

• Robust, widerstandsfähig
  und anspruchslos
• Vorwiegend milchbetonte    Doppelnutzung (Milch + Fleisch)
• Milchleistung zwischen 700
  und 1000 kg mit durch-
  schnittlich 3,5% Fett und
  3% Eiweiß
• Saisonal, eine Lammung pro Jahr,
  in der Regel Zwillingsgeburten,    Drillingsgeburten nicht selten;
  hohe Fruchtbarkeit
• Einsatz in der Landschaftspflege



Bocklamm Benno wirft sich gekonnt in Pose

Ziege Helena: Küsschen gefällig?

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Unsere Zucht

Wir sind als Herdbuchzüchter Mitglied des Steirischen Ziegenzuchtverbandes und stehen in enger Verbindung mit der Generhaltungszucht in Deutschland. Unsere Tiere sind in der deutschlandweiten Zuchttierdatenbank Chromosoft erfasst, mit deren Hilfe unter anderem Anpaarungsplanungen durchgeführt werden können.

Das Wohl der Tiere steht bei uns an oberster Stelle. Artgerechte Haltung im geräumigen Außenklimastall mit 365 Tagen Auslauf und täglichem Weidegang während der Vegetationszeit sichern gesunde, ausgeglichene Tiere. Die gemeinsame Haltung von behornten und unbehornten Ziegen im Laufstall stellt so kein Problem dar. Die Kitze dürfen sich die Milch direkt von „Mutters Tankstelle“ holen. Die Himbeerstauden aus unserem Forst sind eine heiß geliebte Zwischenmahlzeit, im Winter dürfen natürlich Tannen- und Fichtenzweige nicht fehlen.

Unser Zuchtziel sind robuste Tiere mit schöner Maske, schönen Eutern und gutem Fundament.

Unser Tierbestand ist CAE-unverdächtig und Brucellose-frei.

Rassebeschreibung

Die Tiere sind mittelgroß und kräftig gebaut. Die glatte, kurze Behaarung ist hellbraun bis schokoladenfarben, es kommen aber auch schwarze Tiere vor. Sie haben keinen Aalstrich. Der „Spiegel“, die „Stiefel“ und die Stehohren sind weiß; weiße Streifen verlaufen von der Hornbasis bis zum Maul, die so genannte „Maske“. Beide Geschlechter können behornt oder hornlos sein und nur 30 % der Tiere haben „Glöckchen“. (Wir haben einen „glöckchenreichen“ Bestand)

Ursprünglich gezüchtet für die rauen klimatischen Bedingungen des Thüringer Waldes verbringen die TWZ unsere harten langen Winter auf 1000 m Seehöhe problemlos im Außenklimastall. Die Tiere entwickeln eine wärmende dichte weiche Unterwolle, die sie bei ansteigenden Temperaturen im Frühling von selbst wieder verlieren.

Zuchtgeschichte

In den 1880er Jahren wurden Toggenburger Ziegen aus der Schweiz – eine widerstandsfähige, milchgiebige und genügsame Rasse - nach Deutschland importiert. Bei Kreuzungen mit Thüringer Landschlägen kamen die Toggenburger stark durch. Durch Selektion wurden negative Kreuzungseffekte, wie das lange Haarkleid ständig verbessert und man nannte sie nun Thüringer Toggenburger oder auch Deutsch Toggenburger. Nach der Machtergreifung Hitlers in Deutschland gab es Überlegungen, diese Rasse als „nichtdeutsch“ auszumerzen. Nach intensiver Prüfung durch eine Züchterkommission empfand man jedoch eine vorwiegend deutsche Abstammung bestätigt und behalf sich mit einer Umbenennung in „Thüringer Wald Ziege“. Fast wären die TWZ der Rassenhygiene des NS zum Opfer gefallen. Damals gab es 52.810 Tiere.

Nach 1945 erlebte die Ziegenzucht bis zur Teilung Deutschlands 1949 kurzzeitig einen weiteren Aufschwung. Der Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter (VKSK) übernahm schließlich in der damaligen DDR die Zuchtleitung der TWZ. Der Herdbuchbestand ging auf Grund der veränderten politischen und wirtschaftlichen Bedingungen allerdings dramatisch zurück, das Problem der Inzucht nahm zu.

Ende der 1980er Jahre war der Bestand auf 120 Tiere zurückgegangen. Zur Blutauffrischung wurden Toggenburger eingekreuzt. 1992 folgte in Deutschland die Anerkennung als gefährdete Nutztierrasse, und die gezielte Förderung der TWZ wurde nun in Angriff genommen. Inzwischen ist der Herdbuchbestand wieder auf über 900 Tiere gestiegen. Fünf männliche Zuchtlinien stehen zur Verfügung. Das Interesse an den TWZ ist stark im Steigen und man findet sie nun zunehmend auch in anderen europäischen Ländern.

| Am Froihof | 8654 Fischbach 82 | Kontrollstelle Bios: AT-0-01-Bio, Bio Austria: St-3794 |